CL20 SICK-Woche Tag 5 Zusammenfassung: Erfolg von Communities

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Unter anderem dazu hat die Community-Expertin Katharina Perschke gestern viele interessante Aussagen gemacht, in der aufgezeichneten MOOC-Wochen-Abschluss-Diskussion https://www.youtube.com/watch?v=XiwtSx4Nbjo. Das Anschauen lohnt sich – nicht nur weil sie von 30.000 BOSCH-Communities berichtet, sondern auch wegen ihrer ungewöhnlichen Antwort auf die Frage, was passieren würde, wenn BOSCH die Communities jetzt abschaltet.

In Forum wurde aber ebenfalls intensiv diskutiert über Erfolg von Communities. Hier eine Auswahl:

  • Manfred Hofferer – schon gut bekannt als der mit den schnellsten Posts – beschreibt, dass in seinem Unternehmen der Community-Erfolg in 4 Kategorien gemessen wird:
    – Inputgröße
    – Richtungsgröße
    – Beteiligungsgröße
    – Outputgröße
  • Evelyn Pfeuffer bringt Community-spezifische KPIs ein: Neue Mitglieder / Aktive Mitglieder / Umfang der Posts
  • Paul Bojahn mahnt an, den Erfolg nur am Erreichen der Ziele der Community zu messen, die man erst mal formulieren muss,
  • Martina Brand versucht Community-Erfolg immer am Beitrag zu den Geschäftszielen zu messen, und da sind es die klassischen KPI’s
  • Lars Richter plädiert für das „Erfragen“ von Erfolg bei den Community-Mitgliedern, statt Messen von KPI. Sein Vergleich sind BarCamps, bei denen ja auch niemand auf die Idee kommen würde Wissenstests zu machen.
  • Anja Isele sieht eine Parallele zur Diskussion um das Lernerfolgs-Messen bei klassischen Seminaren. Das Lernen an sich wird dort auch nicht gemessen.
  • Daniela Bergsch empfiehlt sich bei Communities frei zu machen vom ständigen Analysieren verfügbarer Daten. Communities sollten selber definieren, ob sie erfolgreich sind.
  • Daniela Hertrampf empfiehlt eher auf Qualität, als auf Quantität zu schauen. Mit Klicks oder Beiträgen „bastelt sich jeder seine Statistik gern selbst“.
  • Beate Klitsch verweist auf das Interview mit Harald Schirmer und meint, der einzelne Mensch soll sichtbar werden. Individuelle Erfolgsgeschichten der Community-Teilnehmer müssten vom Sinn der Communities überzeugen.
  • Für Martina Dietrich – die aus Indonesien am MOOC teilnimmt – „misst sich der Erfolg von Communities an dauerhafter Aktivität der Teilnehmer“.
  • Hedwig Seipel bezieht die Erfolgsfrage gleich auf diese MOOC-Community. Sie meint, die ist erfolgreich, und sagt, das sei nur subjektiv und individuell zu messen. „Das Beste an einer Community ist, keinen Erfolgsdruck zu haben“.
  • Sybille Dietrich-Horenburg meint, „das rein quantitative Größen anfangs zwar erfreuen, aber letztendlich wenig aussagen ohne die Beurteilung, wie sich diese Größen qualitativ positiv auf unternehmensinterne Prozesse, Selbstverständnis und gelebte Unternehmenskultur auswirken.“ Außerdem weist sie darauf hin, dass Communities einen Lebenszyklus haben, und man den Nutzen in Abhängigkeit vom jeweiligen Stadium sehen muss. Dafür macht sie den interessanten Vorschlag, die Einführung einer Community wie die Einführung eines Produktes in den Markt zu betrachten. Sie skizziert 4 Phasen im Community-(Produkt-)Lebenszyklus. In Phase 4 sieht sie eine Konkurrenz-Situation mit inzwischen entstandenen ähnlichen Communities, die für Abwanderung der Mitglieder sorgen oder für Verlagerung des Arbeitsschwerpunktes.
    Noch einen netten Gedanken bringt sie am Ende ein: Wenn Community-Arbeiten auf Schreiben reduziert ist, ist das eine Tätigkeit im Sitzen, also körperliche Passivität. Und das werden die Mitglieder „ganz natürlich begrenzen“. Ihr Schrittzähler ermahnt sie wohl ständig.
  • Florian Laner bezieht Erfolge auch auf die gestellten Aufgaben, meint aber „Entscheidend ist der für jeden einzelnen Teilnehmer erbrachte Gewinn im Austausch untereinander.“ Und dann ist Community-Erfolg mehr als die Summe der Einzelerfolge.
  • Joachim Niemeier: „Ich oute mich als Fan des Messens.“ Beim Messen sei aber entscheidend für wen gemessen werden soll. Er verweist mit Link auf den Ansatz des „Return of Contribution“ und den BOSCH-Ansatz zur Erfolgsmessung (ebenfalls mit Link)
  • Werner Povoden verweist auf mehrere seiner Posts, in denen er immer wieder sagt, dass informelles Lernen nicht messbar sei. „Ich glaube man sollte sich der Illusion entledigen, dass man Lernerfolg messen kann.“ Lernerfolg sei altersabhängig, weil sich „mit zunehmendem Alter Wirklichkeitskonstruktionen fossilisieren“. Und „Unserem Gehirn kann man nichts vermitteln oder beibringen, es produziert seine Inhalte selbst.“
  • Manfred Hofferer widerspricht dem „nicht messen können“. Er arbeitet mit „subjektiven Selbsteinschätzungen“. Die beziehen immer das informelle Lernen ein, auch bei Befragung nach einem Seminar.
  • Uwe Spangler verweist auf den „Return of Expectation“, der in diesem Zusammenhang genannt wird, ihn aber nicht so richtig überzeugt.

Das war die letzte Zusammenfassung der Diskussionen der SICK-Woche von mir. Alle Zusammenfassungen sind nicht vollständig – schon weil die Diskussion weitergeht. Das Lesen der Original-Beiträge lohnt sich auch, weil die natürlich ausführlicher sind, und oft auch Links beinhalten.

Und das Video-Interview mit Harald Schirmer, Community-Experte bei Continental, ist ebenfalls sehr sehenswert, für alle die es noch nicht angeschaut haben: https://youtu.be/IMON1mURMOI.

Einen letzten Hinweis noch zum Badge dieser Woche: Die Fragen im Video aus Lektion 2 beantworten und 2 Forumsbeiträge, sind die Bedingungen zum Erhalt des Wochen-Badges. Bis 2 Wochen nach dem CL20 MOOC-Ende ist dafür noch Zeit.

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