CL20 SICK Woche Zusammenfassung Tag 4: Rolle der Schulungsabteilung?

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Welche Rolle spielt die Schulungsabteilung beim informellen Lernen in Communities, fragte Claudia Hautzinger. Hier ein paar ausgewählte Antworten:

  • Manfred Hofferer, hat auch hier als erster geantwortet: In den nächsten 8-10 Jahren werden neben den „klassischen Aufgaben“ Dienstleistungen und Services für Mitarbeiter „nebenbei, nachfrageorientiert, zeitungebunden und niederschwelligst“ angeboten. Er kleidet das in dieses Bild: In gewisser Weise raffinieren zukunftsorientierte Schulungsabteilungen den Bildungstreibstoff, den die Mitarbeitenden und das Unternehmen benötigen, betreiben und servicieren ein (dichtes) Netzwerk von Bildungstankstellen, das von jedem/r einzelnen einfach erreicht und genutzt werden kann.
  • Thomas Buerger greift das schöne Bild auf und sieht die Entwicklung der Schulungsabteilung vom heutigen Tankwart zum künftigen Tankstellen-Betreiber.
  • Was mich zum Vergleich der Tankstellen-Selbstbedienung mit der Selbststeuerung beim Lernen anregt.
  • Sven Lakner listet gleich einen ganzen Strauß von Dienstleistungen auf, von Lernangeboten zum Community-Manager, Unterstützung bei der Teamentwicklung in der Community, Kuratieren und Erstellen von Lerncontent, Community-Moderation, Coaching-Angebote für Lernende, Vorschläge von Lernpfaden und Lernzielen, und Helfer beim Ausräumen von Hindernissen.
  • Manfred Hofferer hat da Bedenken. Communities müssten sich aus sich selbst heraus organisieren. „Die primäre Aufgabe für die Community-Entwickler/innen besteht darin, ein bestmöglich niederschwelliges Umfeld bereitzustellen, welches die größtmögliche Selbstständigkeit und Flexibilität der Teilnehmenden fördert!“
  • Werner Stockinger weist darauf hin, dass sich aus seiner Sicht in Communities immer eine Art von Hierarchie einstellt. Irgendjemand muss es geben, der „der die Community treibt, stabilisiert, organisiert, …“.
  • Frank Edelkraut fragt sich, ob das wirklich ierarchien sind Hierarchien sind, oder nur Rollen, die hierarchiefrei funktionieren können.
  • Christine Knieriemen listet gleich eine ganze Reihe von Ideen für Leistungen zur Unterstützung von Communities auf: Kümmerer für Orga und Technik / Anregungen, provokante Fragen einbringen / Ansprechpartner oder Begleiter sein / Posts und Netzwerke darstellen / Wünsche der Teilnehmer realisieren, z.B. nach Experten oder nach formalen Schulungen / Lernräume schaffen virtuell oder in der Präsenz / Kontakte herstellen / Umfragen organisieren / interne Öffentlichkeitsarbeit für die Community machen.
  • Eugen Schneider bringt die 70-20-10 Regel ins Gespräch: Für die 10% weiterhin formales Training anbieten / für die 20% Lernbegleiter, die als Katalysator Lernprozesse in Gang bringen / bei den 70% könnte man Mitarbeiter als „Evangelisten“ unterstützen, andere mitzureißen.
  • Petra Stock greift den Evangelisten auf und sieht diese Aufgabe aber bei der Personalentwicklung.
  • Yvonne Brakonier will lieber die Lern-Beratung als Dienstleistung stärken
  • Helmut Hönsch sieht da eher Unterstützungs-Dienstleistungen für Communities, wie die Aufbereitung von Beiträgen, Unterstützung bei Podcasts, Videocasts, Organisation von Austauschforen, aber auch Professionalisierungsangebote für Community-Gestalter.
  • Frank Edelkraut verweist auf Harald Schirmer, der im Interview aus seiner Sicht schon die wichtigsten Hinweise gegeben hat. Ein regulierender Eingriff in die Community durch die Schulungsabteilung wird hinderlich sein. Er sieht den wichtigsten Schritt im Loslassen, damit Selbststeuerung wirksam werden kann – mit dezenter Unterstützung im Hintergrund.
  • Paul Bojahn antwortet kurz und knapp: Keine! (Rolle der Schulungsabteilung dabei).
  • Martina Brand schränkt das ein „nicht mehr im herkömmlichen Sinne“. Eigentlich sieht sie die künftige Rolle als Coach der die Belegschaft im Arbeits-/Lernprozess begleitet. „Begriffe wie Schulungs- und Trainingsabteilung sollten wir aus unserem Vokabular streichen.“
  • Daniela Hertrampf meint, Schulungsabteilungen sollten den „Überblick über Organisations- und Personalentwicklung behalten“ und mit Anregungen und Unterstützungen Communities auf die Beine stellen
  • Carolin Klaus sieht die Rolle nicht so viel verändert. Sie selbst hatte „nie das Gefühl, dass ICH die Mitarbeiter entwickle. Das können sie immer nur selbst tun.“ Personalentwickler können auch in Zukunft „das „Entwickeln“ nicht den Lernenden oder den Führungskräften abnehmen“.
  • Beate Klitsch würde Frau Klaus gern „liken“ und ergänzt, dass es Aufgabe der PE ist, den Wert des Informellen Lernens im Unternehmen aufzuzeigen.
  • Uwe Spangler macht den ungewöhnlichen Vorschlag, die Rolle des „Hofnarrs“ einzunehmen, der mit unerwarteten Aktionen lernförderliche Irritationen auslöst.
  • Natalie Raeber sieht den größten Auftrag in der Bereitstellung der Infrastruktur und dem Heranführen der Mitarbeiter an neue Lernformen.
  • Martina Dietrich bringt das auf den Punkt: „Die Schulungsabteilung schafft die Voraussetzungen und gibt Impulse und der Mitarbeiter wird selbst tätig.“
  • Raphael Koller sieht die neue Rolle als „Impulsgeber und Lernangebotsvermittler“
  • Susanne Kaßner will für die Schulungsabteilung den Begriff des „Ermöglichers“ einsetzen.
  • Sabine Erkens kann mit informellem Lernen weniger anfangen, sie plädiert für on Demand Lernen am Arbeitsplatz. Dafür kann sie sich Unterstützung der Schulungsabteilung vorstellen.
  • Marika Fedtke möchte die Rolle verschieben, „den Mitarbeitern einfach gut zuhören … denn diese wissen doch meist, was sie in ihrem Lernen unterstützt und was sie dafür als Schulungsinstrumente benötigen/sich wünschen.“ Die Schulungsabteilung sollte die Entwicklungs-Wünsche der Mitarbeiter unterstützen und fördern, so fast wie eine „Graswurzelbewegung“.

Eine beeindruckende Fülle von Perspektiven und Anregungen! Klar anschließen möchte ich mich Martina Brand, die forderte, von Schulungsabteilung gar nicht mehr zu sprechen. Der Begriff scheint mir heute schon nicht mehr zu passen, und in einer neuen künftigen Rolle zur Unterstützung von selbstgesteuertem Lernen schon gar nicht.

 

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